Personeneinträge (Braunschweig)

Abt Jerusalem, Johann Friedrich Wilhelm geboren am: 30-11-1649 in: nicht bekannt gestorben am: 30-11-1649 in: nicht bekannt Beschreibung: ⭢Jerusalem, Johann Friedrich Wilhelm
Angott, Johann Hermann geboren am: 30-11-1720 in: nicht bekannt gestorben am: 30-11-1799 in: nicht bekannt Verhältnis zu Lessing: Bekannter Beschreibung: Der Weinhändler und Besitzer des Gasthofes »Neue Schenke« in Braunschweig am Ägidienmarkt, war nicht nur Lessings Braunschweiger Vermieter, vielmehr befand sich in dem vom Hofbaumeister Georg Christoph Sturm erbauten Haus auch eine Apotheke sowie im Nebenhaus das Braunschweiger Lottokontor. In der Gastschänke war Lessing gelegentlich mit Freunden und Bekannten essen. Im zweiten Stock des Hauses hatte er spätestens nach dem Tod von ⭢Eva König, evtl. auch früher schon, zwei Zimmer gemietet, dort verstarb er im Februar 1781. Der Braunschweiger Chronist Carl Philipp Ribbentrop beschreibt das Haus 1796 so: »Das Gebäude Neuen Schenke stehet von drei Seiten her frei, ist 13 Fenster breit, hat auf einem Souterrain 2 Geschosse von Holz [= Fachwerk] gebauet, mit einem Mansarddache. Der mittelste Theil steht in gerader Linie gegen den Marktplatz, hat eine doppelte Freitreppe, auf deren Podest ein gewölbter Vorbau, worauf ein Altan mit eisernem Brustgeländer befindlich, von welchem man in den Saal des zweiten Geschosses gehet. Die beiden Flgel. jeder 4 Fenster breit ziehen sich an den Ecken etwas zurück, welches dem Gebäude viel Zierde giebt. Der jetzige Besitzer, Weinhändler Angott, hat es an verschiednenen Stellen verschönert, und vermalen lassen.« Das von starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg beschädigte Haus ist heute nicht mehr erhalten, 1976 wurde an seine Stelle das Sterbehaus von ⭢Leisewitz gesetzt, das ursprünglich in der Wallstraße in Braunschweig gestanden hatte. Der Braunschweiger Sammler und Forscher Carl Schiller (1807-1874) nennt Angott einen Lessing »befreundeten, reichen Weinhändler«; authentische Zeugnisse über eine freundschaftliche Verbindung sind allerdings nicht überliefert.
Aschersleben, Friedrich Carl Leopold geboren am: 30-11-1649 in: nicht bekannt gestorben am: 30-11-1649 in: nicht bekannt Verhältnis zu Lessing: Bekannter Beschreibung: Die Lebensdaten des Rittmeisters am Braunschweiger Hof sind nicht ermittelt. Er war 1759 für nur drei Monate mit Caroline Fredersdorff, der Großmutter Achim von Brentanos, verheiratet. Um 1780 avancierte er zum Hofmarschall in Braunschweig, war aber offenbar chronisch verschuldet und floh der Schulden wegen 1786 mit unbekanntem Ziel. Mit Lessing traf er vermutlich mehrfach zusammen, dokumentiert ist aber nur eine Begegnung im November 1780 im »Großen Club« im Hôtel d'Angleterre.
Augusta (Friederike Luise), von Hannover geboren am: 11-08-1737 in: London gestorben am: 23-03-1813 in: London Verhältnis zu Lessing: Bekannte Beschreibung: Prinzessin von Großbritannien, 1764 durch die aus dynastischen Interessen geschlossene Ehe mit ⭢Carl Wilhelm Ferdinand Herzogin zu Braunschweig-Lüneburg sowie von 1780 bis 1806 regierende Fürstin von Braunschweig-Wolfenbüttel. Dem Braunschweiger Hof gleichgültig, wenn nicht ablehnend gegenüberstehend, nutze sie als bevorzugte Residenz das im Süden Braunschweigs eigens für sie erbaute Schloss Richmond. Aus der Ehe stammten sieben Kinder, von denen die vier Söhne, bis auf den letzten, Friedrich Wilhelm, den sog. »Schwarzen Herzog« von Braunschweig, körperliche und geistige Abnormitäten aufwiesen, während sich die Töchter guter Gesundheit erfreuten. Nach dem Tod des Herzogs und der Besetzung Braunschweigs durch französische Truppen flüchtete sie Ende 1806 nach England und verbrachte ihre letzten Lebensjahre in London, in der Nähe ihrer jüngsten, auf Schloss Richmond geborenen Tochter Caroline Amalie Elisabeth von Braunschweig-Wolfenbüttel (seit 1795 verheiratet mit Georg IV.). Lessing erhielt bei seinen Besuchen in Braunschweig des Öfteren Einladungen bei Hofe, denen er nur widerstrebend folgte und an denen gelegentlich auch Herzogin Augusta teilnahm; ein letztes Essen fand noch vier Tage vor seinem Tod statt. GND Wikipedia Porträt
Auguste Caroline Friederike, von Württemberg Prinzessin geboren am: 03-12-1764 in: Braunschweig gestorben am: 27-09-1788 in: Koluvere [Estland] Verhältnis zu Lessing: Bekannte Beschreibung: Als geborene Prinzessin von Braunschweig und Lüneburg wurde die älteste Tochter ⭢Carl Wilhelm Ferdinands bereits im Alter von 16 Jahren aus dynastischen Gründen dem zehn Jahre älteren Friedrich Wilhelm Carl Prinz von Württemberg vermählt, der ihr nicht nur intellektuell überlegen war, sondern ihr auch selbstherrlich und abweisend gegenüber trat. Bis 1785 brachte sie vier Kinder zur Welt. Die Familie musste einer Anstellung Friedrichs wegen als Generalgouverneur nach Russisch-Finnland ziehen, wo Auguste mit der Kaiserin Katharina der Großen bekannt wurde. Als sie der Kaiserin in einer dramatischen Szene ihr ganzes Unglück vortrug, verwies Katharina Friedrich 1786 aus Russland; Auguste kam in die Obhut eines Hofjägermeisters, der Gerüchten zufolge das ihm gegebene Vertrauen indes schändlich missbrauchte. 1788 starb die Prinzessin aufgrund einer Fehlgeburt, die, um jene Gerüchte nicht zu erhärten, ohne jegliche ärztliche Hilfe stattfand. Als Tochter Carl Wilhelm Ferdinands war sie vermutlich mit Lessing persönlich bekannt. Wie Lessing selbst empfahl sie ⭢Ernst Theodor Langer als Lessings Nachfolger für die Bibliothekarsstelle in Wolfenbüttel. GND Wikipedia Porträt
Branconi, geb. von Elsener , Maria Antonia von geboren am: 27-10-1746 in: Genua gestorben am: 07-07-1793 in: Abano Verhältnis zu Lessing: Bekannte Beschreibung: Die Tochter deutsch-italienischer Eltern wurde als Zwölfjährige mit Francesco Pessina de Branconi, einem Beamten der königlich neapolitanischen Generalpachtungen, verheiratet. Als ihr Ehemann 1766 verstarb, hatte sie bereits einen Sohn und eine Tochter geboren. Einen Monat später lernte sie den Braunschweiger Erbprinzen ⭢Carl Wilhelm Ferdinand kennen, der nach seiner Heirat mit ⭢Augusta von Hannover eine ausgedehnte europäische Kavalierstour durch Europa unternahm. Mit ihm ging sie als offizielle Mätresse nach Braunschweig und brachte am 29. Dez. 1767 den gemeinsamen Sohn Karl Anton Ferdinand zur Welt. Da ⭢Herzog Carl I. sich dafür einsetzte, das Kind in den Reichsadelsstand zu erheben, wurde die Branconi mit beiden Kindern aus erster Ehe durch Kaiser ⭢Joseph II. geadelt. 1777 kam es zum Bruch mit Carl Wilhelm Ferdinand, der mit ⭢Luise von Hertefeld eine neue Mätresse wählte. In der Folgezeit lebte die Branconi, deren Schönheit legendär war, verschiedentlich in Langenstein und Paris und unternahm Reisen in die Schweiz und nach Frankreich. 1793 starb sie während einer Kur in Abano. Sie hatte Verbindung zu vielen geistigen Größen ihrer Zeit, z.B. zu ⭢Eschenburg, ⭢Ebert, ⭢Gleim, ⭢Sophie von La Roche, ⭢Lavater oder ⭢Goethe. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie während ihrer Braunschweiger Zeit auch Lessing begegnet ist, wofür etwa eine Notiz des Arztes ⭢Johann Georg Zimmermann spricht. Für die These, dass sie als Vorbild der Gräfin Orsina in EMILIA GALOTTI gedient haben soll, fehlen indes verbindliche Zeugnisse. GND Wikipedia Porträt
Brückmann, Urban Friedrich Benedikt geboren am: 23-04-1728 in: Wolfenbüttel gestorben am: 20-06-1812 in: Braunschweig Verhältnis zu Lessing: befreundet Beschreibung: 1728 als Sohn des Gelehrten Franz Ernst Brückmann in Wolfenbüttel geboren, promovierte Brückmann nach seinem Medizinstudium am Helmstedter Juleum. 1750/51 zog er nach Braunschweig, wurde 1755 zum Professor für Anatomie ernannt und trug den mit der Stelle des herzoglichen »Leibmedicus« verbundenen Titel eines Hofrats. Als sein Leibarzt gehörte er zu Lessings Braunschweiger Freunden und begleitete ihn auch in seinen letzten Stunden. Der enzyklopädisch orientierte Brückmann beschäftigte sich außer mit medizinischen Fragen vor allem mit mineralogischen Studien und besaß eine ebenso bedeutende mineralogische Sammlung wie eine Sammlung von Edelsteinen. Auf seine ABHANDLUNG VON EDELSTEINEN berief sich Lessing in den BRIEFEN ANTIQUARISCHEN INHALTS sowie in den COLLECTANEEN. Noch in den späteren Schriften wie ÜBER DEN SARDER, ONYX UND SARDONYX (1801, Nachtrag 1804) verteidigte Brückmann Lessing gegen Angriffe auf einzelne antiquarische Briefe. GND ADB/NDB-Link Wikipedia Bibl. Angabe
Campe, Joachim Heinrich geboren am: 29-06-1746 in: Deensen b. Holzminden gestorben am: 22-10-1818 in: Braunschweig Verhältnis zu Lessing: Bekannter Beschreibung: Der Sohn eines Kaufmanns sowie Land- u. Gastwirts besuchte ab 1760 die Amelungsbornsche Klosterschule zu Holzminden und erhielt Privatunterricht. 1765 nahm er ein Theologiestudium in Helmstedt auf, wo ⭢Wilhelm Abraham Teller sein wichtigster Lehrer wurde. Campe wechselte 1768 nach Halle, 1769 wurde er Lehrer und Erzieher im Haus der Humboldts in Berlin und traf in dieser Zeit bedeutende Vertreter der Aufklärung. Er wirkte zwischenzeitlich als Feldprediger, zeigte jedoch wachsendes Interesse an pädagogischen Fragen und kehrte 1775 als Lehrer der Söhne Wilhelm und Alexander ins Humboldtsche Haus zurück. 1776 wurde er »Edukationsrat« am Dessauer Philanthropinum und übernahm später faktisch dessen Leitung. Nach Streitigkeiten mit ⭢Basedow floh er 1777 nach Hamburg, wo er als Erzieher der Kinder angesehener Kaufleute wie ⭢Schuback wirkte, und sich als Autor vor allem des ungemein erfolgreichen Jugendbuches ROBINSON DER JÜNGERE hervortat. 1786 wurde er von ⭢Carl Wilhelm Ferdinand als Hochfürstlicher Schulrath nach Wolfenbüttel berufen und begründete im gleichen Jahr die Braunschweigische Schulbuchhandlung. Während seiner Hamburger Zeit verstärkte er die Kontakte zu den Berliner und Hamburger Aufklärern wie ⭢Klopstock, ⭢Claudius und Lessing. Er verkehrte regelmäßig in den Häusern der Familien Reimarus und Sieveking. Durch seinen ROBINSON-Roman und DIE ENTDECKUNG VON AMERIKA zum Begründer des Genres der Kinder- und Jugendliteratur geworden, gab Campe in seinen letzten Lebensjahren das ›Wörterbuch der deutschen Sprache‹ heraus, veröffentlichte darüber hinaus aber zahlreiche kleinere Schriften zur Pädagogik sowie zur deutschen Sprache. Im September 1778 trafen in Hamburg Campe und seine Frau ⭢Anna Dorothea Maria erstmals mit Lessing zusammen, zuletzt dort 1780, wenige Wochen vor Lessings Tod. Lessing, so berichtet ⭢Elise Reimarus, schien in Campe den »festen, unschwärmerischen Mann zu schätzen und zumindest sein Urteil über dessen 1773 erschienen PHILOSOPHISCHE GESPRÄCHE fällt ausgesprochen wohlwollend aus. Großes Interesse bekundete Campe an ERNST UND FALK, wie die einschlägige Korrespondenz bezeugt. Gleiches Interesse bewies Campe für NATHAN DER WEISE, dessen Subskription er unterstützte und zu dem er sich brieflich mit dem Autor austauschte. Nicht zuletzt hatten die Korrespondenten im Hamburger Hauptpastor ⭢Goeze eine Art gemeinsamen Gegner. Campes Schulbuchhandlung übernahm auch die Braunschweiger Waisenhaus-Buchhandlung und Druckerei, in der mehrere Schriften Lessings erschienen waren. GND ADB/NDB-Link Wikipedia Bibl. Angabe Porträt
Campe, geb. Hiller, Anna Dorothea Maria geboren am: 05-10-1741 in: nicht bekannt gestorben am: 29-01-1827 in: nicht bekannt Verhältnis zu Lessing: Bekannte Beschreibung: Seit 1773 Frau von ⭢Joachim Heinrich Campe. Bei Lessings Besuch in Hamburg im Herbst 1778 lernte sie gemeinsam mit ihrem Mann Lessing kennen, der ihre Schwärmerei für die Herrnhuter ironisch konterkarierte. Kopitzsch spricht von »der beiderseitigen Achtung Lessings und Dorothea Maria Campes«. Porträt Quelle: Franklin Kopitzsch: Joachim Heinrich Campe und Gotthold Ephraim Lessing. In: Biegel: Lessing in Braunschweig u. Wolfenbüttel, S. 96.
Daveson, Alexander Pseudonym: Carl Julius Lange geboren am: 30-11-1649 in: Braunschweig gestorben am: 30-11-1649 in: Minsk Verhältnis zu Lessing: befreundet Beschreibung: Pseudonym, eigentl. Simson Alexander David, auch Simon Alexander David, späteres Pseudonym: Carl Julius Lange. Zehnter und jüngster Sohn des 1765 verstorbenen Braunschweiger Schutzjuden, Kammeragenten, Hoflieferanten, Hofbankiers und Neubegründers der Jüdischen Gemeinde Alexander David. Beim Tod des Vaters ein noch zehnjähriger Knabe, dessen eingesetzter Vormund nicht vermochte, Verwöhntheit und Labilität ein größeres Verantwortungsbewusstsein entgegenzusetzen, vielmehr wurde die gesellschaftliche und finanzielle Unerfahrenheit der Kinder Davesons von Geschäftsleuten offenbar ohne Skrupel ausgenutzt. Als junger Mann eröffnete Daveson eine Kunst- und Galanteriewarenhandlung und übernahm die Kommission für das hessische Lotto in Braunschweig. Angebliche Beteiligung an einem größeren Lotteriebetrug sowie ein tiefgreifendes Zerwürfnis mit ⭢Carl Wilhelm Ferdinand veranlassten eine halbjährige Haftstrafe Davesons. Auch wenn ihm eine direkte persönliche Beteiligung am Lotterieskandal nicht nachgewiesen werden konnte, nahm der Braunschweiger Hof die Affäre zum Anlass, ihn aus der christlichen und jüdischen Gemeinde auszuschließen, ferner zwang er Daveson zum Verlassen seines Hauses. Lessing, der die Affäre aufmerksam verfolgt hatte, urteilte zwar, »ganz unschuldig« sei der »Unglückliche« nicht, nahm den nach einem halben Jahr Gefängnisaufenthalt gesellschaftlich Isolierten nebst seiner Frau Jette aber in seinem Wolfenbütteler Domizil auf. Für Daveson wurde er, mit dessen eigenen Worten, »mein Freund, mein Lehrer, mein Beschützer.« Nach Lessings Tod ging Daveson nach England, ließ sich dort taufen, nahm das Pseudonym Karl Julius Lange an, kehrte 1790 nach Deutschland zurück, wirkte als Redakteur in Hamburg, Altona, Bayreuth, wechselte häufig die Aufenthaltsorte, zog als Kenner der englischen Kultur durch Norddeutschland, legte sich den Titel Professor zu und zog 1804 nach Berlin, wo er die Tageszeitung Der Telegraph herausgab, aber auch für andere Zeitschriften schrieb, in denen er Erinnerungen an Lessings letzte Lebensjahre veröffentlichte. Sein Eintreten für die Menschen-rechte und sein Radikalismus brachten ihn mehrfach in Konflikt mit der Obrigkeit. Zuletzt ein Parteigänger der französischen Besatzungsmacht in Berlin, war er gezwungen, den 1808 abzie-henden Truppen zu folgen. Danach verliert sich seine Spur. Er starb angeblich im Winter 1812/13 in Minsk als Beobachter des Russlandfeldzuges von Napoleon. GND Wikipedia
Ebert, Johann Arnold geboren am: 08-02-1723 in: Hamburg gestorben am: 19-03-1795 in: Braunschweig Verhältnis zu Lessing: befreundet Beschreibung: Ebert, Spross eines Stadtsoldaten, zeigte früh Interesse an der Literatur, neben der deutschen auch der englischen, fand einen Förderer in ⭢Hagedorn, studierte ab 1743 Theologie in Leipzig, brach das Studium aber bald ab und wechselte zur Philologie. Er fand Aufnahme im Kreis der »Bremer Beiträger« und schloss Freundschaft u.a. mit ⭢Klopstock, der ihm eine Ode widmete. Seit 1748 war er Hofmeister am Braunschweiger Collegium Carolinum, wo er ein Jahr später auch den englischen Unterricht übernahm; auch den Erbprinzen ⭢Carl Wilhelm Ferdinand unterrichtete er im Englischen. 1753 wurde er zum Professor befördert, 1780 erfolgte die Ernennung zum Hofrat. Für die Geschichte der deutschen Dichtung wohl bedeutungsvoller als seine zwischen ⭢Hagedorn und Klopstock einzuordnenden eigenen Dichtungen, ist Eberts Tätigkeit als Übersetzer englischer Werke, besonders von Edward Youngs ›Nachtgedanken‹. In der Braunschweiger Zeit schloss er Freundschaften mit ⭢Zachariä, dem ⭢Abt Jerusalem und ⭢Konrad Arnold Schmid, später auch mit ⭢Eschenburg. Ebert war entscheidend an Lessings Berufung nach Wolfenbüttel beteiligt; im September 1769 übermittelte er dem noch in Hamburg lebenden Autor das Angebot des Braunschweiger Erbprinzen, die Leitung der Herzoglichen Bibliothek zu übernehmen. GND ADB/NDB-Link Wikipedia sonst. Link Porträt
Ebert, geb. Gräfe, Louise Antoinette Henriette geboren am: 30-11-1751 in: nicht bekannt gestorben am: 30-11-1825 in: nicht bekannt Verhältnis zu Lessing: befreundet Beschreibung: Seit 1773 Frau von ⭢Johann Arnold Ebert. Tochter des Post- und Kammerrats des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel ⭢Johann Friedrich Gräfe, durch den Lessing sie auch schon vor ihrer Heirat mit Ebert kannte. Womöglich war er sogar, wie im Fall von ⭢Zachariä, auch bei der Hochzeit zu Gast, im Haus der Familie Ebert jedenfalls hielt er sich verschiedentlich auf. Im Freundeskreis Lessings genoss sie auch die entschiedene Wertschätzung ⭢Gleims.
Eschenburg, Johann Joachim geboren am: 07-12-1743 in: Hamburg gestorben am: 29-02-1784 in: Braunschweig Verhältnis zu Lessing: befreundet Beschreibung: 1764 begann Eschenburg ein Studium der Theologie in Leipzig und setzte es 1767 in Göttingen fort. Im selben Jahr wechselte er auf Vorschlag des ⭢Abts Jerusalem an das Braunschweiger Collegium Carolinum, wo er seit 1770 über Literaturgeschichte las. Seit 1773 war er Erzieher des Grafen von Forstenberg, eines unehelichen Sohns ⭢Carl Wilhelm Ferdinands und der ⭢Branconi. Nach ⭢Zachariäs Tod 1777 wurde er Professor für schöne Literatur und Philosophie. Seit 1782 Bibliothekar des Collegiums, erfolgte 1786 die Ernennung zum Hofrat. Von 1777 bis 1820 gab Eschenburg die von ⭢Herzog Carl I. gegründeten BRAUNSCHWEIGISCHEN ANZEIGEN heraus. Eschenburg veröffentlichte Abhandlungen zur Literatur und den schönen Wissenschaften, war Herausgeber mehrerer Lehrbücher, übersetzte Opern- und Oratorientexte aus dem Italienischen, wurde aber vor allem als Shakespeare-Übersetzer bekannt, dessen Werk er erstmals vollständig ins Deutsche übertrug. Er war Mitherausgeber der ersten Werkausgabe Lessings (VERMISCHTE SCHRIFTEN), gab den sechsten und letzten Band seiner Bibliothekszeitschrift ZUR GESCHICHTE UND LITTERATUR heraus und zählte in den letzten Lebensjahren Lessings zu dessen besten Freuden, engsten Vertrauten und meistbedachten Korrespondenzpartnern. Prominentes Beispiel dafür sind die an ihn gerichteten, berühmt gewordenen Briefe, die Lessing 1777/78 nach dem Tod seines Sohnes und seiner Frau schrieb. GND ADB/NDB-Link Wikipedia sonst. Link Porträt
Eschenburg, geb. Schmid, Marie Dorothea geboren am: 30-11-1750 in: nicht bekannt gestorben am: 30-11-1798 in: nicht bekannt Verhältnis zu Lessing: befreundet Beschreibung: Tochter des Lehrers am Collegium Carolinum Konrad Arnold Schmid und seit 1777 Frau von ⭢Johann Joachim Eschenburgs. Im Haus Eschenburgs verkehrte Lessing in seinen letzten Lebensjahren häufig, war dort öfter zu Tisch und traf mit Bekannten und Freunden wie ⭢von Kuntzsch, ⭢Leisewitz, ⭢C. A. Schmid oder mit auswärtigen Gästen wie ⭢Bode oder ⭢Johann Georg Adam Foster zusammen.
Feddersen, Jakob Friedrich geboren am: 31-07-1736 in: Schleswig gestorben am: 31-12-1788 in: Altona Verhältnis zu Lessing: Bekannter Beschreibung: Feddersen studierte von 1755 bis 1758 in Jena Theologie und wurde Pfarrer der Gemeinden Ballenstedt, Bernburg und Harzgerode im Nordosten des Harzes sowie Hofprediger der Fürsten zu Anhalt-Bernburg. 1769 ging er nach Magdeburg, 1777 wurde er Domprediger in Braunschweig. Er galt als Vertrauter des ⭢Herzogs Ferdinand und war nach dessen Tod seit 1785 Hofprediger der verwitweten Herzogin ⭢Philippine Charlotte. In seinem letzten Lebensjahr 1788 nahm er eine Stelle als Konsistorialrat in Altona an. Aus einer pietistischen Haltung heraus verfasste Feddersen mehrere Schriften zur religiösen Unterweisung von Kindern, am bekanntesten darunter wohl DAS LEBEN JESU FÜR KINDER (1775), überaus erfolgreich auch seine LEHRREICHEN ERZÄHLUNGEN AUS DER BIBLISCHEN GESCHICHTE. Mit seinem CHRISTLICHEN SITTENBUCHE FÜR DEN BÜRGER UND LANDMANN (1783) gab er Anleitungen zur religiösen Praxis auch für weniger gebildete Stände. Lessing traf er offenbar verschiedentlich in dessen Braunschweiger Freundes- und Bekanntenkreis. GND ADB/NDB-Link Bibl. Angabe Porträt
Ferdinand, von Braunschweig und Lüneburg Herzog geboren am: 12-01-1721 in: Braunschweig gestorben am: 03-07-1792 in: Vechelde Verhältnis zu Lessing: Bekannter Beschreibung: Bruder von ⭢Carl I., Prinz von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern und ab 1735 Prinz von Braunschweig-Wolfenbüttel. Ferdinand wurde seit seiner Jugendzeit im Militärwesen ausgebildet. Mit 19 Jahren wurde er von ⭢Friedrich II. zum Oberst der im Fürstentum Braunschweig stationierten preußischen Truppen, später zum Generalmajor befördert. Er galt als geschickter Militär und machte dort rasch Karriere. Er nahm an beiden Schlesischen Kriegen teil und zeichnete sich besonders im sog. Siebenjährigen Krieg aus, indem er die Franzosen zur Räumung der besetzten Gebiete zwang. 1766 zog er sich aus der preußischen Armee zurück, erwarb im Folgejahr das Schloss Vechelde nahe Braunschweig und ging dort seinen geistigen Interessen nach. Ferdinand war überzeugter Freimaurer seit 1740, wurde 1770 zum Provinzial-Großmeister für das Herzogtum Braunschweig und 1772 zum Großmeister aller schottischen Logen ernannt. Seit 1783 Mitglied des Illuminatenordens, erhielt er 1786 den Titel des General-Obermeisters der »Asiatischen Brüder«. Als im Juli 1778 in Wolfenbüttel die Nationalversammlung der Loge der »Strikten Observanz« tagte, übersandte Lessing deren Großmeister Ferdinand das Manuskript seiner Freimaurergespräche ERNST UND FALK, so dass es bereits während der Tagung zirkulierte. Den später veröffentlichten ersten drei Gesprächen stellte er, einmalig in seinem Werk, eine Widmung an den Herzog voran, ohne dessen vorherige Erlaubnis. Sie bezeugt die Hochachtung, die der Bibliothekar dem Förderer der Wissenschaft und Künste zollte; mit keinem anderen Vertreter der Braunschweiger Hofs pflegte Lessing ein vergleichbar vertrauliches Verhältnis, er traf verschiedentlich mit ihm zusammen uns besuchte ihn in seinem Jagd- und Lustschloss in Vechelde. Auf die erwähnte Widmung reagierte der Herzog wohlwollend, bat Lessing aber, von weiteren Veröffentlichungen in freimaurerischen Dingen abzusehen. Die beiden letzten Gespräche erschienen 1780 ohne Lessings Kenntnis. GND ADB/NDB-Link Wikipedia sonst. Link Porträt
Fiorillo, Johann Dominicus geboren am: 13-10-1748 in: Hamburg gestorben am: 10-09-1821 in: Göttingen Verhältnis zu Lessing: befreundet Beschreibung: Der in Hamburg geborene Sohn einer neapolitanischen Musikerfamilie studierte an der Kunstakademie in Bayreuth. Von 1761 bis 1769 widmete er sich Kunststudien in Italien und wurde Mitglied der Akademie von Bologna, bevor er als Historienmaler an den Braunschweiger Hof berufen und 1799 Professor für Philosophie in Göttingen wurde. Fiorillo, als Künstler von minderer Bedeutung, etablierte die Kunstgeschichte als Hochschulfach in Deutschland. Mit Lessing war er persönlich bekannt. Elisabeth Campe schreibt über die Verbindung zu Lessing: »Der als Practicer nicht bedeutende Maler Fiorillo ist der größte Theoretiker und der belesenste Kunstkenner, der mir jemals vorgekommen ist. Er war Lessing’s Freund und Rathgeber, der mehrmals in seinen Schriften über Kunst und Oelmalerei auf ihn hinweist und ihn bezeichnet, ohne ihn jedoch, so viel ich mich erinnere zu nennen.« Tatsächlich spielt Lessing in VOM ALTER DER OELMALEREY auf Fiorillo an, der Name des Künstlers fällt aber weder in dieser noch in einer seiner anderen Schriften. GND ADB/NDB-Link Wikipedia sonst. Link Porträt Quelle: Elisabeth Campe: Zur Erinnerung an F.L.W. Meyer, den Biographen Schröder’s. Bd. 2. Braunschweig 1847. S. 85-86.
Friedrich August, von Braunschweig-Lüneburg-Oels geboren am: 29-10-1740 in: Wolfenbüttel gestorben am: 08-10-1805 in: Verhältnis zu Lessing: Bekannter – sonstiges Beschreibung: Der Sohn von ⭢Carl I. und ⭢Philippine Charlotte; Prinz von Braunschweig-Wolfenbüttel, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg sowie (seit 1792) zu Oels und Bernstadt machte Karriere als Militär und wurde 1763 zum Generalleutnant ernannt. Wie sein Vater und seine Brüder ⭢Wilhelm Adolf und ⭢Leopold war er Freimaurer und seit 1771 Mitglied der strikten Observanz. Er soll mystische Neigungen und wie sein Onkel ⭢Ferdinand von Braunschweig Kontakte zum Grafen Saint Germain gepflegt haben, der aufgrund seiner okkultistischen Neigungen eine äußerst umstrittene Persönlichkeit war. Allerdings ließ Friedrich August angeblich den Okkultisten 1777 mit dem Ergebnis überprüfen, dieser sei in keine höheren freimaurerischen Grade eingeweiht. Er widmete sich auch schriftstellerischen Tätigkeiten und übersetzte 1767 Lessings Miss Sara Sampson ins Französische, nicht immer zur Zufriedenheit des Autors. Über die Zusammenkünfte mit Lessing (u.a. auch in Berlin) sind keine näheren Angaben überliefert. GND ADB/NDB-Link Porträt
Gärtner, Carl Christian geboren am: 24-11-1712 in: Freiberg gestorben am: 14-02-1791 in: Braunschweig Verhältnis zu Lessing: Bekannter Beschreibung: Wie Lessing besuchte Gärtner die Fürstenschule in Meißen und studierte in Leipzig. Im Versuch, sich von seinem Lehrer ⭢Gottsched abzusetzen, begründete Gärtner 1744 die BREMER BEITRÄGE, an denen sich Autoren wie ⭢Ebert, ⭢K. A. Schmidt, ⭢Zachariä oder ⭢Klopstock beteiligten, denen er, selbst eher ein poeta minor, seinen Nachruhm verdankt. 1745 verließ er Leipzig und ging als Hofmeister der beiden Grafen von Schönburg nach Braunschweig. Auf Vorschlag des ⭢Abts Jerusalem wurde Gärtner Lehrer am Braunschweiger Collegium Carolinum, wo er 1748 eine Professur der Moral und Beredsamkeit erhielt. 1780 ernannte ihn sein früherer Schüler ⭢Carl Wilhelm Ferdinand zum Hofrat. In Braunschweig gehörte Gärtner zu Lessings Bekanntenkreis, offensichtlich ohne enge freundschaftliche Bande. GND Wikipedia sonst. Link Porträt