Die Lessing Datenbanken

Das Projekt der Lessing-Datenbank basiert auf dem Inhaltsverzeichnis aller Schriften Lessings einschließlich seiner Korrespondenz nach der Kritischen und bis heute umfassendsten Lessing-Ausgabe, dem sogenannten Lachmann-Muncker (= LM; Sämtliche Schriften, hg. von Karl Lachmann; dritte, neu durchgesehene und vermehrte Auflage durch Franz Muncker, 23 Bde., Stuttgart u.a. 1886-1924, Nachdruck: Berlin 1968). Allerdings fehlte dieser Ausgabe bisher ein vollständiges Inhaltsverzeichnis – man musste sich mit dem Registerband und den Inhaltsverzeichnissen der Einzelbände behelfen.

Aufbauend auf diesen Arbeiten wurde ein ausführliches Titelverzeichnis für die Werke Lessings (ca. 4500 Datensätze) und eine Werkkonkordanz (Synopse von Inhaltsverzeichnissen) erstellt. Das Titelverzeichnis gibt Auskunft über alle Daten eines in der LM-Ausgabe veröffentlichten Textes sowie über die jeweiligen Erstdrucke (einschließlich Bibliotheksstandorten und Signaturen). Die Werkkonkordanz weist darüber hinaus zu jedem Titel (einschließlich der Briefe von und an Lessing) den Erstdruck sowie ggf. die Fundstellen in elf Gesamtausgaben nach (bei einzelnen Titeln für den studentischen und populären Gebrauch auch der Reclam-Ausgaben). Es handelt sich um die Ausgaben Vermischte Schriften [1771-1793], Sämtliche Schriften [1793-1825], Lachmann [1838-1840], Muncker [1853-1857], Hempel [1868-1878], Boxberger [Deutsche Nationalliteratur, 1883-1890], Wittkowski [1911], Petersen/Ohlshausen [1925-1935], Rilla [1954-1958], Göpfert [1970-1978], Reclam (Einzeltitel) sowie Barner [Deutscher Klassiker Verlag, 1985-2003].

Die digitale Aufnahme der Wirkungszeugnisse im Zeitraum von 1750 bis 1785 basiert auf umfangreichen Quellenarbeiten, die in zwei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekten a) für zeitgenössische Periodika (1972-76), b) für zeitgenössische Buchveröffentlichungen (1976-78; Antragsteller: Paul Raabe) ermittelt, photokopiert und in einem umfangreichen Karteisystem verschlagwortet wurden.

Die Fülle des dokumentierten Materials beruht darauf, dass Lessing – im Gegensatz zu vielen anderen Autoren – als Dichter, Herausgeber und Kritiker relativ früh wahrgenommen wurde (»Es ist hier ein neuer Criticus aufgestanden, von dessen Werth Sie aus beiliegender Critik über den Messias werden urtheilen können. Er scheint nur noch ein wenig zu jung«, schreibt exemplarisch J. G. Sulzer 1751 an J. J. Bodmer). Das Modul weist für eine Vielzahl von Lessingtiteln die bibliographischen Angaben der zeitgenössischen Quellen nach und ordnet zudem jedem Wirkungszeugnis eine Textgattung zu (Rezension, Zitat, Paraphrase etc.). Es handelt sich um mehr als 14.000 Dokumente, von denen bislang ca. 12.000 in den Lessing-Datenbanken erfasst und ca. 11.000 online verfügbar sind [Stand: September 2016].

Nicht alle Wirkungszeugnisse sind in den Lessing-Bibliographien von Seifert (1971) und Kuhles (1986) aufgenommen worden. Ca. 1.050 Dokumente konnten keinem der bei LM angeführten Einzeltitel (etwa die frühe Werkausgabe Sämtliche Schrifften (1753-55), die Lustspiele (1767) oder der postum veröffentlichten Theologische Nachlaß) zugeordnet werden und sollen in anderer Form veröffentlicht werden.

Am Datenbankprojekt haben im Lauf der Jahre unter der Leitung von Jürgen Stenzel als dem spiritus rector, und später von Erich Unglaub und Cord-Friedrich Berghahn viele Mitarbeiter mitgewirkt, stellvertretend ist für die grundlegende und weitsichtige technische Konzeption Heinrich Clairmont zu danken sowie für die jahrelange Betreuung Marcus Baumgarten, der auch die hier aufgerufene Webseite entwickelt hat.